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Frankiermaschine

Informationen über Frankiermaschinen

Was ist eine Frankiermaschine?

Eine Frankiermaschine erleichtert den täglichen Postversand. So können Frankierungen für Briefe, Großbriefe, Päckchen und Pakete einfach und bequem im Unternehmen erstellt werden. Oft wird das Frankiergerät auch Freistempelmaschine, Freistempler oder Frankiersystem genannt.

Eine Frankiermaschine ist ein elektrisches Bürogerät, das Porto speichert und auf Briefe oder Päckchen das für den jeweiligen Portotarif benötigte Porto aufstempelt. Die maschinelle Frankierung von Poststücken ist wesentlich schneller und komfortabler als das Kaufen von Briefmarken, Abwiegen und Sortieren von Briefen sowie händischem Aufkleben der benötigten Briefmarken.

Welche Frankiermaschinen Hersteller gibt es?

Die aktuell in Europa auf dem Markt vertretenenen Frankiermaschinenhersteller sind Francotyp-Postalia, Neopost, Pitney Bowes, Frama, Telefrank und intimus.

Früher waren auch die Hersteller Stielow, Ascom Hasler, Krag, Rena und Melex auf dem Markt vertreten.

Pitney Bowes ist als amerikanisches Unternehmen der Weltmarktführer im Bereich Frankiermaschinen. Neopost dominiert als französisches Unternehmen den europäischen Markt, Frama als schweizer Unternehmen dominiert den Markt in der Schweiz, Francotyp-Postalia als deutscher Hersteller ist Marktführer in Deutschland mit rund 40 Prozent Marktanteil. Die Firmen Telefrank und intimus nehmen jeweils nur einen vergleichsweise geringen Marktanteil in Deutschland und Europa ein.

Da fast alle Frankiermaschinenhersteller ihre Frankiermaschinen weltweit anbieten, sind die Marktanteile je nach Land sehr unterschiedlich verteilt.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass in den USA weltweit die meisten Frankiermaschinen verwendet werden. In Europa dominiert Frankreich vor Deutschland den Frankiermaschinenmarkt.

Welche Technik für Frankiermaschinen gibt es?

Rotationsdruckverfahren

Die Frankiermaschinentechnik begann mit dem Rotationsdruckverfahren. Dabei benetzt vor jedem Druck eine Farbrolle mechanisch ein Stempelkissen, das dann den Druck auf den Briefumschlag abgibt. Mittels Zahnradtechnik wird so das aktuelle Datum mit aufgedruckt. Wenn die Farbrolle ausgedruckt ist, wird sie mit einer Flasche flüssiger Frankiertinte neu getränkt. Nach mehrmaligen Nachtränken der Farbrolle ist diese ausgehärtet und muss gewechselt werden.

Rotationsdruckfreistempelmaschinen wurden anfangs mechanisch, später elektrisch angeboten. Bei der mechanischen Variante handelte es sich um eine Art Handstempelgerät, mit dem das Klischee auf den Brief gestempelt wurde. Bei elektrischen Modellen, wie zum Beispiel der Francotyp-Postalia EFS Frankiermaschine, erfolgte der gesamte Prozess der Klischebenetzung, der Datumsrotation sowie des Frankierens elektrisch, so dass eine höhere Geschwindigkeit sowie höherer Komfort erreicht wurden.

Das Rotationsdruckverfahren hatte den Vorteil von relativ günstigen Verbrauchsmaterialkosten, jedoch den Nachteil der relativ geringen Geschwindigkeit sowie recht dreckigen Druckes, da flüssige Tinte in der Maschine vorhanden war und Nachtränken sowie Wechsel der Farbrolle Handschuhe bedürfen.

Thermotransferdruckverfahren

Als Nachfolger des Rotationsdruckverfahrens gilt das Thermotransferdruckverfahren. Dabei wird mittels Wärme und einer Farbbandkassette mit beschichteten Nylonband die Farbe aus dem Band auf den Briefumschlag abgegeben. Nach jedem Druck dreht die Frankiermaschine das auf einer Spule befindliche Farbband um die verbrauchte Länge weiter, um es für den nächsten Druck vorzubereiten.

Auch heute noch findet sich das Thermotransferdruckverfahren in modernen Frankiermaschinen des Herstellers Telefrank sowie in den noch in großer Stückzahl auf dem Markt vorhandenen Francotyp-Postalia optimail, optimail 30 und T1000 Frankiermaschinen.

Die Weiterentwicklung zum Thermotransferdruckverfahren brachte den Vorteil, dass es absolut sauber und die Druckqualität des Thermotransferstempels ausreichend für die Frankit-Frankierung war (zum Beispiel Francotyp-Postalia optimail 30 Frankiermaschine). Auch musste der Kunde lediglich eine Farbbandkassette als Verbrauchsmaterial wechseln und kam nicht direkt mit der Farbe in Kontakt, wodurch es nicht mehr zu Fehlern durch falsche Betränkung der Farbrolle kam.

Ein Nachteil des Thermodruckes liegt in einer begrenzten Frankiergeschwindigkeit, da das Farbband mechanisch nach jedem Druck weitergerollt werden muss. Bei einer zu schnellen Drehung des Farbbands würde es reißen, so dass keine endlose Geschwindigkeit erreicht wird. Auch kann durch den Thermotransferdruck nur eine maximale Druckauflösung und Druckschärfe erzielt werden, die an moderne Inkjetdrucke bei weitem nicht herankommt. Bereits mit blosem Auge ist der Qualitätsunterschied deutlich erkennbar. Zugleich erfolgt durch den Druck des aufgewärmten Farbbandes auf dem Briefumschlag eine Berührung. Briefumschläge mit nicht vollständig ebener Oberfläche, wie zum Beispiel Seidenpapier oder geriffeltes Papier können daher den Druck nicht vollständig aufnehmen, da an den tieferliegenden Stellen die Farbe nicht ankommt.

Tintenstrahldruckverfahren

Moderne Frankiersysteme setzen fast ausschließlich auf das Tintenstrahldruckverfahren, das oft auch Inkjetdruckverfahren genannt wird. Dabei wird mit einer Tintenpatrone oder Tintentank gefüllt mit flüssiger Tinte mittels eines Druckkopfes mit Druckdüsen die Tinte ohne direkte Berührung auf den Briefumschlag gesprüht. Je nach Hersteller und Frankiermaschine ist der Druckkopf entweder permanent fest in der Frankiermaschine installiert, muss intervallmäßig gewechselt werden oder die installierte Tintenkartusche besteht aus einer Kombination von Frankiertinte und Druckkopf.

Das Tintenstrahldruckverfahren kennt man bereits seit einigen Jahren aus Tintenstrahldruckern in Büroumgebungen. Diese unterscheiden sich lediglich von Frankiermaschinen dadurch, dass sie in der Regel für jede CMYK-Farbe eine Farbpatrone benötigen oder eine Farbpatrone in schwarz und eine in Farbe mit allen Farben (Multicolor) enthalten. Da Frankiermaschinen den Portodruck in Deutschland nur in blau drucken dürfen, bedarf es nur einer blauen Farbpatrone. Lediglich eine Frankiermaschinenserie (Pitney Bowes Connect+/SendPro P) kann neben dem Frankierstempel in Vollfarbe Werbung drucken und benötigt daher zusätzlich eine cyan, magenta und gelbe Farbpatrone.

Die Vorteile des Inkjetdruckverfahrens liegen vor allem in seiner enormen Geschwindigkeit sowie hohen Druckauflösung. Die größten aktuellen Frankiermaschinen können bis zu 300 Briefe pro Minute frankieren, was 5 Briefen je Sekunde entspricht. Diese enorme Geschwindigkeit ist mit keinem bisher bei Frankiermaschinen verwendeten anderem Druckverfahren erzielbar. Zusätzlich erfolgt der Porto- und Werbedruck in maximaler Druckauflösung, was einerseits den Postsortieranlagen die Verarbeitung der gedruckten Frankier-Matrix-Codes erleichtert, andererseits die Werbedrucke der Kunden professioneller darstellt.

Da sich die flüssige Frankiertinte in einer Kunststoff- oder Metallpatrone befindet und nur auf der Unterseite mittels Tintenauslassöffnung oder Druckkopf ausgegeben wird, ist das Druckverfahren sowie der Wechsel der Farbpatronen eine sehr saubere Angelegenheit und vergleichbar mit dem Wechsel von Tintenpatronen im Büro-Tintenstrahldrucker.

Nachteile des Tintenstrahldruckverfahrens liegen einerseits darin, dass die flüssige Tinte nur auf Zimmertemperatur korrekt verarbeitbar ist. In kalten Wintern kann die Tinte auf dem Versandweg oder im Lager einfrieren oder fest werden, an warmen Sommertagen kann sie so stark erwärmt werden, dass sich ihre Konsistenz negativ verändert. Außerdem entstehen dem Anwender durch das teure Kartuschengehäuse mit spezieller Chiptechnik sowie eventuell zusätzlichem Druckkopf höhere Kosten als bei früheren Druckverfahren.

Wer und wann hat die Frankiermaschine erfunden?

Wie so oft bei Erfindungen gibt es auch bei der Frankiermaschine verschiedene Personen, die sich zuschreiben, sie erfunden zu haben.

Einerseits proklamiert der amerikanische Hersteller und Weltmarktführer im Bereich Frankiermaschinen Pitney Bowes die Pionierarbeit für sich, die Frankiermaschine erfunden zu haben. Der Erzählung nach bauten die beiden Firmengründer Arthur Pitney und Walter Bowes im Jahr 1920 die erste kommerzielle Frankiermaschine und sendeten den ersten maschinell freigemachten Brief an die Frau von Walter Bowes. Im gleichen Jahr geründeten sie das Unternehmen Pitney Bowes, das der größte Hersteller von Frankiermaschinen weltweit ist.

Eine weitere Variante ist, dass der norwegische Maler und Illustrator Karl Uchermann im Jahr 1901 die erste Frankiermaschine der Welt erfand und sie zusammen mit dem norwegischen Unternehmer Nils Aall Krag zur Serienreife entwickelte. Im Jahr 1903 erhielten sie ein Patent für eine Frankiermaschine. Zusammen mit Gustav Adolph Hansen soll Krag die Krag-Hansen Frankiermaschine erfunden haben, die 1904 patentiert wurde. Die Firma Krag Maskinfabrikk A/S wurde im Jahr 2000 von Pitney Bowes übernommen.

Welche Frankiermaschinen Modelle gibt es?

Wie auch im Bereich der Bürodrucker hat jeder Frankiermaschinenhersteller mit dem Fortschreiten der technischen Möglichkeiten neue Frankiermaschinen-Modelle auf den Markt gebracht. So gab es im Verlauf der letzten über 100 Jahre unzählige verschiedene Frankiermaschinen verschiedener Hersteller.

In den letzten 15 Jahren jedoch sind noch die folgenden Frankiermaschinen in deutschen Büros zu finden und zum Teil auch noch als Neugeräte zu erwerben:

Pitney Bowes: DM50, DM50i, DM55, DM55i, DM60, DM60i, DM65, DM65i, K700, K750, DM100, DM100i, DM220, DM220i, P700, P750, PR20, DM300C, DM400C, DM450C, DM450C+, G920, PersonalPost, E700, E735, E761, DM400, DM500, DM550, DM800, DM900, DM1000, Connect+, Connect+ 1000, 2000, 3000, Send Pro P, Send Pro P 1000, 2000, 3000, Infinity, Paragon

Francotyp-Postalia: PostBase, PostBase 30, 45, 65, 85, 100, PostBase Mini, PostBase One 120, 150, mymail, mymail-i, mymail silber, T1000, T1000L, T1000L Trend, T1000S, T1000S Trend, Euromail, optimail, optimail 30, optimail 30 silber, ultimail, ultimail 30, 60, 90, 120, ultimail blau, ultimail silber, ultimail 45, 65, 125, centormail 120, centormail 150, EFS, Jetmail

Neopost: IS-200, IS-240, IS-280, IS-300, IS-330, IS-350, IS-350 eco, IN-300, IN-360, IS-400, IS-420, IS-440, IS-440 eco, IS-480, IS-480 eco, IN-600, IN-700, IS-5000, IS-6000, IS-6000one, IJ-10, IJ-25, IJ-25 FIT, IJ-35, IJ-45, IJ-65, IJ-70, IJ-75, IJ-80, IJ-85, IJ-90, IJ-90XL, IJ-110, SM22, SM22C, SM26

Frama: Ecomail, Officemail, Accessmail, Matrix F2, F2-L, F2-Light, F4, F4-L, F6, F6x, F12, F22, F32, F42, F62, F82, MailSpirit

Je nach Land werden häufig Modelle anders bezeichnet oder unterscheiden sich in ihrer Leistungsklasse.

Muss eine Frankiermaschine angemeldet werden?

Jede in Deutschland verwendete Frankiermaschine muss vor der Verwendung bei der Deutschen Post angemeldet und registriert werden. Hierfür stellt die Deutsche Post einen Antrag bereit, der mit den Maschinendaten, Unternehmensdaten und Bankdaten eingereicht werden muss. Beim Neukauf einer Frankiermaschine übernimmt in der Regel der Frankiermaschinenhersteller oder Frankiermaschinenhändler das Anmeldeprozedere.

Nach erfolgter Prüfung und Bestätigung des Antrages wird die Frankiermaschine bei der Deutschen Post mit einer individuell für jeden Kunden verwendeten Serien-Nr. geführt. Die Serien-Nr. wird bei jeder Frankierung im Frankierstempel im Klartext mitgedruckt und befindet sich auch im QR-Matrixcode. Dadurch kann die Deutsche Post sowie der Frankiermaschinenhersteller nachvollziehen, wer den Brief versendet hat. Das anonyme Versenden von maschinell frankierten Briefen ist damit ausgeschlossen.

Ohne Registrierung ist eine Frankiermaschine nicht nutzbar. Erst nach erfolgter Registrierung wird die entsprechende Serien-Nr. vom Frankiermaschinentechniker direkt in der Maschine oder in einer PSD (Postalisches Sicherheitsgerät) gespeichert, das in der Frankiermaschine installiert werden muss.

Nur mit in der Frankiermaschine hinterlegten Serien-Nr. sowie einer gültigen Vereinbarung mit der Deutschen Post ist das Kaufen und Laden von Porto auf die Maschine möglich und damit das Stempeln von Porto.

Spart eine Frankiermaschine Geld?

Eine Frankiermaschine spart in vielerlei Hinsicht Geld, wenn das Briefvolumen oder der Aufwand des Briefversands entsprechend hoch ist.

Einerseits erhält jeder Frankiermaschinennutzer in Deutschland ab einem Portoladebetrag von 200 Euro 1% Portorabatt auf die gesamte Summe. Großanwender wie Postdienstleister erhalten von der Deutschen Post in der Regel für Großvolumen zusätzliche Portorabatte.

Da die Frankiermaschine durch deren Kauf, Miete, Leasing sowie das Zubehör auch entsprechende Kosten verursacht, ist der wichtigste Kostenfaktor die Zeitersparnis sowie die Verwendung des korrekten Portos.

Wird mit der Hand per Briefmarke frankiert, kommt es häufig zu Überfrankierungen, da entweder der Brief einem falschem Portotarif zugeordnet wurde oder keine passende Briefmarke mehr vorhanden war. Rechnet man sich dieses unnötige Porto aufs Jahr hoch, entsteht bei Unternehmen oft ein erheblicher Kostenblock.

Entscheidend ist vor allem die für die Postfreimachung benötigte Zeit sowie der Komfort. Muss man zum Beispiel täglich 150 Briefe von Hand wiegen und messen sowie mit einer Briefmarke versehen, ist dies nicht nur eine üble Strafarbeit, sondern lässt sich auch zeitlich mit dem Arbeitsalltag vieler Bürokräfte nicht vereinen. Eine kleine Frankiermaschine erledigt die Arbeit optisch professionell und komfortabel in wenigen Minuten.

Ein weiterer oft unterschätzer Faktor ist die Portokasse. Auf einer Frankiermaschine ist das Porto fest gespeichert und wird bei jeder Frankierung abgezogen. Auch lassen sich Portoberichte sowie Kostenstellenberichte jederzeit ausdrucken. In einer Portokasse finden sich oft Bargeld sowie Briefmarken, für die es keinen genauen Gegenpart an Briefen gibt. Hier ist es also möglich, dass Briefmarken oder Bargeld entwendet wird. Auch im Falle eines Einbruchs ist nicht davon auszugehen, dass die Frankiermaschine mitgenommen wird. Und wäre dies der Fall, könnte man seine Serien-Nr. sofort sperren lassen. Bargeld oder Briefmarken sind natürlich willkommenes Diebesgut.

Zusätzlich zur händischen Bearbeitung von Briefen müssen natürlich auch die korrekten Briefmarken erst von jemanden bei einer Postfiliale gekauft oder online bestellt werden. Geht eine Briefmarkensorte aus, ist kein korrektes Frankieren mehr möglich.

Moderne Frankiermaschinen haben außerdem alle aktuellen Portotarife mit Preisen im Gerät gespeichert. Dadurch müssen keine neuen Tariftabellen besorgt und bei jedem Brief mit der Tabelle händisch das korrekte Porto abgeglichen werden.

Wie oben bereits erwähnt, sollte im Unternehmen die durchschnittliche Anzahl an Briefen sowie zusätzliche Großaussendungen zu Weihnachten, Ostern oder anderen jahreszeitlichen Anlässen berechnet werden und demgegenüber die Kosten für die Frankiermaschine und deren Unterhalt. Ab einer bestimmten Briefanzahl spart die Frankiermaschine erhebliche Kosten ein.

Wie lädt man Porto auf die Frankiermaschine?

Das Kaufen und Laden von Porto ist eine wesentliche Eigenschaft einer Frankiermaschine, da sie ohne Porto nicht frankieren kann.

In den Anfangszeiten der Frankiermaschine musste das Gerät noch direkt bei einer Postfiliale aufgeladen werden. Dafür gab es einen passenden Koffer für die Frankiermaschine, der dann mit der Maschine händisch zu einer Postfiliale gebracht und dort vom Postbeamten gegen Zahlung des gewünschten Betrages mit dem entsprechenden Porto versehen wurde. Aufgrund des erheblichen Aufwands, der Vielzahl verschiedener Frankiermaschinenmodelle sowie dem Rückgang echter Postfilialen wurde dieses Verfahren in Deutschland zum 30.06.2016 vollständig eingestellt. Solche Maschinen wurden Schaltervorgabe-Frankiermaschinen genannt.

Auch gab es für bestimmte Modelle die Möglichkeit, sie mit einer Art Chipkarte mit Porto und Updates zu beladen. Da auch dieses Ladeverfahren diverse Nachteile mit sich bringt, ist es bei modernen Frankiersystemen nicht mehr in Verwendung. Ein weiteres Verfahren war die Ladung per Telefon. Man musste eine bestimmte Servicenummer des Frankiermaschinenherstellers anrufen und dem Mitarbeiter seine Frankiermaschinenkennung und -daten mitteilen und erhielt für den gewünschten Ladebetrag eine bestimmte generiert Zahlenkombination (PIN), die sofort in der Frankiermaschine eingegeben und das Porto verwendet werden konnte. Aufgrund des großen Aufwands der manuellen Bearbeitung jedes Ladevorgangs ist auch dieses Verfahren nicht mehr zeitgemäß.

Modernere Frankiermaschinen konnten bereits auf die Entfernung direkt vom Büro aus automatisiert mit Porto bestückt werden. Die jeweiligen Hersteller hatten für dieses Verfahren einen eigenen Namen: Neopost bezeichnet dies zum Beispiel als Credifon, Pitney Bowes als Portophon. Dabei wird die Frankiermaschine an eine analoge Telefonleitung (Faxleitung) per Kabelverbindung angeschlossen und ruft bei der Portoladung die Telefonnummer des Datenzentrums des Frankiermaschinenherstellers an. Ist der Kontakt zwischen Frankiermaschine mit Datenzentrum hergestellt, wird das Porto der Frankiermaschine gutgeschrieben - ähnlich eines Faxempfangs. Für die Bereitstellung des Datenzentrums berechnen die Hersteller je nach Frankiermaschinenmodell eine monatliche Gebühr im ein- bis zweistelligen Eurobereich. Nach erfolgter Portoladung wird der Betrag vom Bankkonto des Unternehmens abgezogen, auch erhält man ein paar Tage später von der Deutschen Post eine Rechnung über das geladene Porto.

Durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung wird das Laden per Analogleitung immer seltener und nach und nach von den Frankiermaschinenherstellers abgeschafft. Neue Frankiersysteme werden an das Firmennetzwerk per LAN oder WLAN angeschlossen und können sich auf den Datenserver des Frankiermaschinenherstellers per Internetverbindung einloggen und dort Porto laden sowie Updates oder neue Portotariftabellen. Die Verbindung per Internet ist wesentlich schneller und günstiger als per analoger Faxleitung. Auch entstehen dem Nutzer keine Telefongebühren für die Anwahl der Telefonnummer des Datenzentrums.

Was für Zubehör benötigt eine Frankiermaschine?

Für die Verwendung einer Frankiermaschine wird als Verbrauchsmaterial eine Farbpatrone, Tintenkartusche oder Tintentank benötigt. Je nach Hersteller und abhängig vom Frankiersystem muss ein entsprechendes Produkt installiert werden, das blaue Frankiertinte für den Portodruck enthält. Je nach Frankiermaschine und Größe hält das Druckverbrauchsmaterial entsprechend lange. Bei manchen Frankiermaschinen bilden die Frankierfarbe und der Druckkopf eine Einheit (zum Beispiel bei vielen Neopost und Francotyp-Postalia Maschinen) und werden in einem Stück getauscht, andere Systeme setzen auf einen permantent in der Maschine fest verbauten Druckkopf (zum Beispiel viele Pitney Bowes Frankiermaschinen), so dass nur ein Tintenreservoir getauscht werden muss.

Jede Frankiermaschine besitzt bauartbedingt eine bestimmte maximale Durchlasshöhe für Postgut. Ist ein Brief mit zum Beispiel einer Warenprobe oder ein Päckchen zu dick für den Einzug der Maschine, muss das Poststück indirekt mit einem Frankieretikett oder Frankierstreifen frankiert werden. Hierfür werden die Frankieretiketten oder Frankierstreifen wie ein Brief oder in die jeweilige Etikettenspendereinheit eingelegt und normal frankiert. Nach der Frankierung wird das Etikett vom Trägerblatt abgezogen und auf das Postgut geklebt. Dadurch ist es korrekt freigemacht.

Da es immer vorkommen kann, dass ein Brief oder Päckchen versendet werden muss, dessen Format zu groß für den Frankiermaschineneinzug ist, sollte man stets ausreichend Frankieretiketten bei der Maschine haben, die zusätzlich als Verbrauchsmaterial benötigt werden.

Die beiden obigen Verbrauchsmaterialien sind der Standard für das Frankieren mit der Maschine, solange das Dokument bereits in einem Briefumschlag vorhanden ist. Allerdings gibt es auch Frankiermaschinen mit einer so genannten Briefschließeinheit. In diese Maschinen kann ein spezieller geöffneter Briefumschlag eingelegt werden, die Maschine befeuchtet die beiden Laschen, klappt sie aneinander und drückt sie fest, so dass der Brief perfekt verschlossen ist. Ist eine solche Schließeinheit vorhanden, muss regelmäßig Verschließflüssigkeit nachgefüllt werden, die aus einer Mischung aus Wasser und Kleber besteht.

Wo kauft man eine Frankiermaschine?

Eine Frankiermaschine kann direkt beim jeweiligen Hersteller oder über Technik-Händler beziehungsweise Niederlassungen des jeweiligen Herstellers erworben werden. Wie oft fälschlicherweise angenommen, verkauft die Deutsche Post keine Frankiermaschinen, sondern stellt nur die Infrastruktur für die Nutzung einer Frankiermaschine bereit.

Auch können Frankiermaschinen gebraucht bei Bürobedarfshändlern, direkt von Anwendern, die ihre Frankiermaschine verkaufen möchten oder auf (Online-)Marktplätzen erworben werden. Vor dem Kauf einer gebrauchten Frankiermaschine sollte immer entweder beim Hersteller der Frankiermaschine oder direkt bei der Deutschen Post angefragt werden, ob das zu erwerbende Frankiermaschinen-Modell noch registriert werden kann. Da die Deutsche Post neue Techniken einsetzt und voranbringen möchte, erhält jede neu auf den Markt gebrachte Frankiermaschine ein maximales Anmeldedatum (Stichtag des Modells). Nach diesem Datum kann die Frankiermaschine nicht mehr neu registriert oder umgemeldet werden. Alte Registrierungen behalten allerdings uneingeschränkt ihre Gültigkeit

Auch entstehen für die Registrierung einer gebrauchten Frankiermaschine oft relativ hohe Gebühren (zum Beispiel Kauf eines neuen PSD), neue Wartung etc., so dass ein Kauf sich ohne vorherige Anfrage beim jeweiligen Hersteller im Nachhinein als nicht lohnenswert herausstellen kann.

Vom Kauf von gebrauchten oder neuen Frankiermaschinen aus dem Ausland ist abzuraten, da in vielen Ländern unterschiedliche Modelle mit anderer Bezeichnung auf dem Markt sind und diese eventuell nicht in einem anderen Land registriert werden können.

Welche Zahlungsmodelle gibt es für Frankiermaschinen?

In der Regel werden drei verschiedene Zahlungsmodelle für Frankiermaschinen angeboten: Kauf, Miete und Leasing.

Beim Kauf der Frankiermaschine erwirbt man sie gegen vollständige Zahlung des Kaufpreises. Sie geht in das eigene Besitzverhältnis über, so dass man ohne laufende Finanzierungskosten über die Maschine beliebig lang verfügen kann. Da die Frankiermaschine beim Kauf in das Betriebsvermögen übergeht, muss sie auch buchhalterisch aktiviert werden.

Bei der Miete einer Frankiermaschine berechnet der Hersteller eine monatliche Mietgebühr für die Benutzung der Frankiermaschine. Je nach Modell unterscheidet sich die Mietgebühr. Durch die Miete bleibt die Frankiermaschine im Besitz des Herstellers und man zahlt letztlich nur für deren Verwendung. Wird die Miete auf unbestimmte Zeit geschlossen, kann die Maschine theoretisch beliebt lange verwendet werden.

Ähnlich verhält es sich bei der Leasingvariante. Gegen eine vorher kalkulierte und fest vereinbarte Leasingrate sowie Leasingdauer erhält man seine Frankiermaschine. Durch die feste Rate und Dauer weiß man bereits im Vorhinein die Kosten sowie die Laufzeit. Da Leasingfrankiermaschinen in der Regel nur über eine Dauer von 2-5 Jahren abgeschlossen werden, erhält man stets das neueste Modell mit höchstem Komfort, Geschwindigkeit und Technik. Auch muss man sich über eventuelle Wartungen oder Reparaturen, die über die Jahre anfallen können, keine Gedanken machen.

Bei Miet- oder Leasingmodellen werden häufig auch zusätzliche Serviceverträge angeboten, die Wartungsleistungen, Reparaturleistungen, Verfügbarkeitszeiten oder Verbrauchsmaterial enthalten oder vergünstigen können.

Welche Variante der Zahlung am günstigten und sinnvollsten ist, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab, das heißt der Größe der Frankiermaschine und geplanter Dauer der Nutzung. Vor der Anschaffung sollten sich daher Angebote zu den verschiedenen Zahlungsmodellen eingeholt werden.

Muss eine Frankiermaschine abgemeldet werden?

Wird eine Frankiermaschine nicht mehr verwendet oder ist defekt, muss sie abgemeldet werden. Die Frankiermaschine ist bei der Deutschen Post angemeldet und hat eine Registrierungsnummer erhalten. Damit sie korrekt abgemeldet wird, muss ein Antrag zur Abmeldung der Frankiermaschine bei der Deutschen Post gestellt werden. Mit dem Antrag sperrt die Deutsche Post die Registrierungsnummer.

Zusätzlich muss die Frankiermaschine in der Regel dem Hersteller zurückgegeben werden, der sie nach bestimmten Anforderungen unbrauchbar macht beziehungsweise zerstört. Für diesen Prozess fallen in der Regel Bearbeitungsgebühren an. Die Stilllegung oder Zerstörung ist notwendig, damit nicht unberechtigte Personen mit der Frankiermaschine "Geld drucken" können.

In der Regel wird die Frankiermaschine defekt oder soll abgeschafft werden, obwohl noch Porto auf ihr gespeichert ist. Da dieses Porto bezahlt wurde und nicht zu unrecht verfallen soll, gibt es zwei Möglichkeiten zum Rückerhalt des Portos: Bei Abmeldung der Frankiermaschine kann der noch vorhandene Portobetrag auf der Frankiermaschine im Abmeldeformular aufgeführt werden und wird nach Überprüfung entsprechend erstattet. Die andere Möglichkeit ist das Abfrankieren des alten Portos auf Briefumschläge, die dann per Erstattungsformular (Antrag auf Erstattung freigestempelter Belege) bei der Deutschen Post zur Erstattung eingereicht werden.

Kann man eine gebrauchte Frankiermaschine kaufen?

Häufig werden vor allem im Internet oder auch von Händlern gebrauchte Frankiermaschinen zum Kauf angeboten. Prinzipiell spricht nichts gegen den Kauf einer gebrauchten Frankiermaschine sowie die damit einhergehende Kosteneinsparung. Wichtig ist jedoch vorher zu überprüfen, ob die Frankiermaschine in Deutschland noch zugelassen werden kann.

Durch den von der Deutschen Post festgelegten Stichtag der Modelle kann jedes Frankiermaschinenmodell nur bis zu einem bestimmten Datum bei der Deutschen Post zugelassen werden. Ist die Frankiermaschine zum Beispiel beim Vorbesitzer schon einige Jahre im Betrieb, kann sie von dem Vorbesitzer uneingeschränkt weiter verwendet werden. Ist der Stichtag des Modells jedoch bereits überschritten, ist der Wechsel des Inhabers nicht mehr möglich.

Auch finden sich auf dem Frankiermaschinenmarkt so genannte "R"-Maschinen. Bei R-Frankiermaschinen handelt es sich um vom Hersteller generalüberholte Frankiermaschinen. Das bedeutet, dass keine fabrikneue Frankiermaschine angeboten wird, sondern eine gebrauchte Frankiermaschine, die vom Hersteller überprüft, Verschleißteile ausgetauscht und aufbereitet wurde. Da nicht alle Teile an der Frankiermaschine tauschbar sind, ist es möglich, dass die Frankiermaschine äußerlich Kratzer o.ä. besitzt sowie natürlich im Grundsystem bereits mehrere Jahre alt ist.

Kann das Porto falsch frankierter Belege erstattet werden?

Im Büroalltag kommt es immer wieder vor, dass für einen Brief ein zu niedriges Porto gewählt wurde oder der Druck aufgrund leerer Farbpatrone nicht mehr vollständig erzeugt wird.

In solchen Fällen kann man sich das bereits per Vorkasse bezahlte Porto von der Deutschen Post vollständig (bis auf die 1% Portorabatt) erstatten lassen. Hierzu müssen die falsch frankierten Belege im Ganzbeleg gesammelt werden und mittels Formular Erstattung freigestempelter Belege an die Deutsche Post eingesendet werden. Die Deutsche Post Abteilung prüft die eingesendeten Belege auf ihre Echtheit und sendet in der Regel nach wenigen Tagen eine Gutschrift zu sowie erstattet den Betrag auf das im Antrag aufgeführte Bankkonto.

Wichtig zu beachten ist, dass immer der vollständige Briefumschlag oder Frankierstreifen eingesendet werden muss. Werden nur ausgeschnittene Belege oder Teilbelege eingesendet, kann die Deutsche Post diese ablehnen. Zu beachten gilt auch, dass die Belege nur bis zu einem bestimmten Datum erstattbar sind. Die Empfehleung ist daher alle falsch frankierten Belege über das Jahr zu sammeln und einmal jährlich gebündelt an die Deutsche Post zur Erstattung einzusenden.

Lohnt sich eine Frankiermaschine überhaupt?

Wie bei jeder betrieblichen Anschaffung und vor allem bei einem Bürogerät muss vorab natürlich überprüft und kalkuliert werden, ob sich eine Anschaffung sowie der Betrieb wirtschaftlich lohnen. Bei einer Frankiermaschine stehen vor allem die Punkte Verringerung der Bearbeitungszeit für die Postverarbeitung, Komfortgewinn durch maschinelle Frankierung sowie Professionalisierung der Ausgangspost im Vordergrund.

Daher sollte ermittelt werden, wie viele Arbeitsstunden zu welchem durchschnittlichen Arbeitslohn wöchentlich oder monatlich für die Postverarbeitung benötigt werden. Zwingend einkalkuliert werden müssen auch die Kosten und der Aufwand der Beschaffung von Briefmarken sowie eventuelle Überfrankierungen aufgrund fehlender passender Briefmarken, wodurch ein Portoverlust entsteht, der sich auf das Jahr gerechnet summieren kann. Betrachtet werden muss letztlich der gesamte Arbeitsprozess von der Beschaffung der Briefmarken, über das Wiegen und Messen der Briefe zur Ermittlung des korrekten Portotarifs sowie die manuelle Freimachung mit Briefmarken.

Vergleicht man dann, dass das Porto auf die Frankiermaschine sofort aufgeladen wird, die Frankiermaschine alle Portoprodukte und -tarife eingespeichert hat sowie modellabhängig eine bestimmte Taktleistung pro Minute an Briefen verarbeiten kann, ergibt sich ab einer Briefzahl x zwangsläufig ein Vorteil für die Frankiermaschine. Allerdings muss auch betrachtet werden, ob die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter, die oder der die händische Postverarbeitung übernimmt, bei einer Zeitersparnis durch die Frankiermaschine für diesen Zeitraum anderweitig eingesetzt werden kann.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor der Frankiermaschine ist der Komfortgewinn. Da mittlerweile für fast alle Tätigkeiten im Büro entsprechende technische Maschinen vorhanden sind, ist es je nach Mitarbeiter und Stellenbeschreibung mittlerweile schwierig oder wird als eine Art Strafarbeit angesehen, zum Beispiel hundert Briefe zu wiegen, zu messen und von Hand eine Briefmarke aufzukleben. Die Arbeitskraft und Arbeitsqualität so manchen Mitarbeiters könnte in diesem Zeitraum für höherwertigere Tätigkeiten eingesetzt werden. Oft erlebt man es daher, dass die tägliche Firmenpost von Aushilfskräften, Lehrlingen oder Auzubildenden abgewickelt wird, sofern diese im Unternehmen vorhanden sind.

Der letzte wichtige Punkt der Frankiermaschine ist die Professionalisierung der Briefpost des Unternehmens. Mit einer Frankiermaschine können neben dem Poststempel Werbebilder oder Zusatztexte gedruckt werden. Als Werbebild wird häufig das Firmenlogo sowie die Adressdaten verwendet. Als Zusatztexte können Hinweise zu anstehende Messen, neuen Katalogen, Jubiläen etc. gedruckt werden. Auch stehen jahreszeitliche Grafiken zur Verfügung, die Grüße zu Ostern oder Weihnachten direkt auf dem Briefkuvert ermöglichen.

Die Kombination aus dem Portostempel sowie zusätzlichem Firmenlogo auf dem Briefkuvert, das vom Empfänger direkt gesehen und geöffnet wird, zeigt einen professionellen Eindruck eines größeren oder seriösen Unternehmens und stärkt das Image und damit auch das Vertrauen in das Unternehmen. Wenn man selbst überlegt, man würde von einem bekannten Großunternehmen einen Brief mit halb schräg geklebter Briefmarke mit aktuellem Entenmotiv erhalten, ist dies nicht vorstellbar. Hinzu kommt, dass wenn im Werbestempel die Firmenadresse mit aufgeführt ist, auf dem Briefumschlag oder im Fenster kein Absender angegeben werden muss. Denn anhand des Frankierstempels und der Adressinformationen im Werbebild weiß die Deutsche Post genau, wer den Brief frankiert hat und kann ihn bei nicht möglicher Zustellung problemlos retournieren.

Unter Beachtung der obigen Punkte muss jedes Unternehmen oder Freiberufler abwägen, ob sich eine Frankiermaschine für ihn lohnt. Je nach Situation kann sich für den Steuerberater mit einer Sekretärin eine Frankiermaschine lohnen, da diese sowieso zu viel zu tun hat und daher nicht noch extra Zeit für die Postverarbeitung einsetzen kann. Andererseits kann ein größeres Unternehmen aufgrund seines hohen Briefvolumens nicht auf eine Frankiermaschine verzichten, da man einen Mitarbeiter den ganzen Tag damit beschäftigen müsste, 1.000 Briefe händisch zu wiegen und mit Briefmarken zu bekleben.

Welche Alternativen gibt es zur Frankiermaschine?

Bis vor rund 15 Jahren war die einzige Alternative zur Frankiermaschine die Beklebung des Briefes mit Briefmarken der Deutschen Post. Jedoch haben sich in der Zwischenzeit mehrere Varianten entwickelt, die dafür sorgen, dass die Frankiermaschine zunehmend an Bedeutung verliert, da Alternativen schneller, günstiger oder auch komfortabler sind.

Die wohl noch am weitesten verbreiteste Methode als Konkurrenz zur Frankiermaschine ist das einfache Kleben von Briefmarken. Briefmarken gibt es in verschiedenen Varianten, einerseits als anzufeuchtende Marke, dann als selbstklebende Marke oder als selbst auszudruckende Internetmarke. Allen gemein ist, dass das Poststück durch Messung von Format und Gewicht dem richtigen Porto zugeordnet werden muss, dass dann händisch mit der Briefmarke auf den Briefumschlag frankiert werden muss.

Vor allem für größere Sendungsmengen wird gerne der von der Deutschen Post angebotene in-house Frankierservice genutzt. Hierbei müssen die Briefe in bestimmten Boxen und nach bestimmten Vorgaben bei der Deutschen Post mit Mengenangabe eingeliefert werden. Gegen ein Entgelt je nach Menge und Aufwand frankiert die Deutsche Post die Briefe dann in ihren eigenen Anlagen mit schwarzer Tinte und dem Stempel "Frankierservice". Aufgrund des Aufwands und der Kosten ist der Service in der Regel nicht für die normale Tagespost nutzbar.

Eine weitere, moderne Methode der Deutschen Post ist der Versand per ePost-Brief. Hierbei übermittelt man online lediglich sein Dokument an die Deutsche Post, die es dann je nach Wahl entweder online im ePostfach des Empfängers zustellt oder das Dokument ausdruckt, kuvertiert, frankiert und an den Empfänger in haptischer Form austrägt. Selbstverständlich können auch normale Emails gewissermaßen als Konkurrenz zur Frankiermaschine angesehen werden, da durch diverse Gesetzesänderungen in den letzten Jahren mehr Möglichkeiten zum verbindlichen Versand und Empfang von Emails gibt.

Immer beliebter werden auch private Postdienstleister als Konkurrenz zur Deutschen Post. Diese bieten an, dass sie die Briefe täglich zu einer bestimmten Uhrzeit abholen, frankieren und dem Empfänger zustellen. Dabei nutzen sie ihr eigenes Netzwerk, das oft nur regional ausgeprägt ist, um die Briefe mit eigenen Briefträgern selbst auszutragen. Wird der Brief auf eine weitere Reise geschickt, greifen private Postdienstleister in der Regel auf die Dienstleistung der Deutschen Post zurück und frankieren die Briefe für die Deutsche Post.

Häufig bieten private Postdienstleister ihre Leistungen zum Portopreis der Deutschen Post oder darunter an. Erhält man einen Brief von diesen, sieht man, dass sie das normale Porto der Deutschen Post zur Freimachung aufstempeln. Um dennoch einen Gewinn zu erzielen, erhalten sie aufgrund ihrer großen Einliefermenge einen beachtlichen Portorabatt von der Deutschen Post, so dass dieser Rabatt ihre Gewinnmarge darstellt, sofern die Kosten für die Abholung der Briefe und dem Aufwand des Frankierens davon abgezogen werden.

Spart man Porto mit der Frankiermaschine?

Das Deutsche Post Porto ist für jeden Kunden gleich. Daher erhält man in Deutschland auch als Frankiermaschinennutzer keinen günstigeren Portotarif, wie es in anderen europäischen Ländern oft der Fall ist. Bei einer Portoladung ab 200 € erhält man jedoch 1% Portorabatt auf die gesamte Summe, die direkt auf der Lastschrift-Rechnung der Deutschen Post ausgewiesen ist. Das hört sich erst einmal nicht viel an, bei Unternehmen, die tausende Briefe pro Jahr versenden, macht es dann aber doch einen ordentlichen Betrag aus und senkt die Kostenstelle Porto.

Welche laufenden Kosten hat eine Frankiermaschine?

Da auf eine Frankiermaschine kontinuierlich die neuesten Portotariftabellen, Firmware- und Sicherheitsupdates sowie Porto aufgeladen werden muss, wird in aller Regel bei Anmeldung der Frankiermaschine mit dem Hersteller ein Vertrag über die Nutzung abgeschlossen. Der Hersteller stellt die technische Infrastruktur für die Portoladung bereit sowie die aktuellsten Tariftabellen und Updates. Als Nutzer kann man beliebig oft entsprechende Updates oder Porto auf die Frankiermaschine laden. Für die Bereitstellung des Service werden je nach Hersteller und Maschinengröße Kosten von ein- bis zweistelligen Eurobeträgen pro Monat fällig.

Oft kalkulieren Firmen vor der Anschaffung eines neuen Frankiersystems, ob ein Kauf oder eine Leasing beziehungsweise Miete wirtschaftlich sinnvoller ist. Entscheidet man sich für das Leasing- oder Mietmodell, fallen die monatlichen Leasing- oder Mietkosten als in der Regel zweithöchster Kostenpunkt ins Gewicht. Je nach Laufzeit und Gerätepreis variieren die monatlichen Kosten.

Den höchsten Kostenpunkt macht natürlich das Porto aus. Durch die in den letzten Jahren immer weiter gestiegenen Portokosten lässt sich die Deutsche Post ihren Service auch gut bezahlen - im Europaschnitt sind die deutschen Portopreise jedoch nur im Mittelfeld. Selbst bei nur geringen monatlichen Frankiermengen nimmt das Porto in der Regel den größten Kostenblock der Kostenstelle Frankiermaschine/Versand ein.

Ein nicht zu vernachlässigender Kostenpunkt ist auch das Verbrauchsmaterial, das sich in der Regel auf eine Farbpatrone sowie Frankieretiketten beschränkt. Je nach Gerätehersteller und Gerätegröße wird ein Verbrauchsmaterial mit einer bestimmten Druckleistung verwendet. Daher sollte beim Kauf einer neuen Frankiermaschine auch das spätere Verbrauchsmaterial in Relation zur Reichweite beachtet werden. Oft lohnt sich der anfangs vermeintlich teurere Kauf einer größeren Frankiermaschine, die später deutlich geringere Verbrauchsmaterialkosten aufweist.

Ist man auf die dauerhafte Funktion der Frankiermaschine angewiesen oder hat ein entsprechend großes Volumen, wird oft ein Wartungs- und Servicevertrag abgeschlossen. Diese Verträge kosten in der Regel eine monatliche Gebühr und berechtigen zu einer intervallmäßigen Wartung, bestimmten inklusiven Servicepaketen sowie besonders schneller Bearbeitung von Maschinenproblemen. Wird kein entsprechender Vertrag abgeschlossen, sollte bei einer Frankiermaschine ab mittlerer Größe - wie bei jeder Büromaschine - dennoch regelmäßig jährlich oder zweijährlich ein Service vorgenommen werden. Bei einem Serviceeinsatz werden alle Funktionen der Maschine von einem Büromaschinentechniker gewartet sowie Verschleißteile ausgetauscht. Dadurch sinkt die Fehleranfälligkeit im Betrieb und Ausfallzeiten in der Postbearbeitung können reduziert werden.

Wie wird eine Frankiermaschine noch bezeichnet?

Je nach Hersteller hat eine Frankiermaschine verschiedene Bezeichnungen, die letztlich das selbe Gerät meinen. Bekannte Bezeichnungen sind Frankiersystem, digitale Frankiermaschine, Freistempler, Frankiergerät, Postautomat, Freistempelmaschine, Portomaschine, Portostempler, Freistempelungsmaschine, Stempelautomat, Freistempelautomat uvm.

Früher wurden Frankiermaschinen oft als Freistempler bezeichnet. Die Bezeichnung stammt daher, dass ein Brief ohne Porto unfrei ist. Wird er mit einer Briefmarke beklebt oder mit einem Stempel bedruckt, wird der Brief freigemacht, woraus die Bezeichnung Freistempler abgeleitet wurde. Zusätzlich erfolgte der Portodruck in der Anfangszeit tatsächlich mit einem Stempelkissen und Stempelbild, so dass Briefe tatsächlich freigestempelt wurden.

Auch in anderen Sprachen und Ländern haben sich verschiedene Bezeichnungen für die gleiche Maschine durchgesetzt. Während auf Englisch in Großbritannien von einer "franking machine" gesprochen wird, wird diese auf Englisch in den USA als "postage meter" oder abgekürzt "postmeter" bezeichnet. In Frankreich hingegehen spricht man von der "machine à affranchir" oder von "l'affranchisseuse".

Welche Tintenfarbe ist die Richtige?

Je nach Land wird entweder mit roter oder mit blauer Frankiertinte der Portostempel gedruckt. Unterschiede gibt es auch noch darin, ob die Tinte nicht fluoreszierend sein muss oder nicht.

In Deutschland wurde früher mit roter Frankiertinte verpflichtend gedruckt. Mit der Euroumstellung im Jahr 2002 wurde in Deutschland ausschließlich auf die blaue Frankierfarbe umgestellt, die nicht fluoreszierend sein darf. So kann sie optimalerweise von den Sortieranlagen der Deutschen Post gelesen und verarbeitet werden.

Im Allgemeinen ist es so, dass in den meisten Ländern mit technisch modernen digitalen Frankiermaschinen sowie einer Frankierung mit QR-Matrixcode blaue Frankierfarbe zum Einsatz kommt. Auch gibt es Mischformen, dass zum Beispiel in einem Land mit einer modernen Frankiermaschine blau und einer älteren Frankiermaschine in rot frankiert wird.

Findet man im Briefkasten einen Brief, der mit einer anderen Farbe gestempelt wurde, wie zum Beispiel grün, handelt es sich um einen Brief von einem privaten Postdienstleister, der sein eigenes Transportnetzwerk verwendet hat in Konkurrenz zur Deutschen Post.

Eine Besonderheit in Deutschland ist der Frankierservice der Deutschen Post, der aktuell mit schwarzer Tinte stempelt.

Welche Frankiermaschinen-Kennungen gibt es?

Jede moderne FRANKIT-Frankiermaschine besitzt eine Maschinenkennung, die von der Deutschen Post festgelegt wurde. Die Maschinenkennung gibt mit erster Stelle den Hersteller der Frankiermaschine an, die beiden folgenden Stellen stehen für das Frankiermaschinenmodell. Die dahinter stehende Nummer ist die individuelle Seriennummer des Frankiermaschinennutzers. Die gesamte Nummer wird bei jeder Frankierung im Frankierstempel mitgedruckt.

Neopost:

Hersteller Modellbezeichnung Modellnummer
Neopost nicht vergeben 1D01
Neopost IJ-35/40/45/50/60 FIT 1D02
Neopost IJ-65 FIT 1D03
Neopost IJ-75 FIT 1D04
Neopost IJ-85 FIT 1D05
Neopost IJ-25 FIT 1D06
Neopost IJ-70 1D07
Neopost IJ-80 1D08
Neopost IJ-90 1D09
Neopost IJ-110 1D10
Neopost IS-330/350 1D11
Neopost IS-420 1D12
Neopost IS-440 1D13
Neopost IS-480 1D14
Neopost IS-5000/6000 1D15
Neopost IS-240/280 1D16
Neopost IN-360 1D17
Neopost IN-600 1D18
Neopost IN-700 1D19
Neopost IS-5000/6000 ISR 1D20

Frama:

Hersteller Modellbezeichnung Modellnummer
Frama nicht vergeben 2D01
Frama Matrix F2 2D02
Frama nicht vergeben 2D03
Frama Matrix F4 2D04
Frama nicht vergeben 2D05
Frama Matrix F6 2D06
Frama nicht vergeben 2D07
Frama nicht vergeben 2D08
Frama nicht vergeben 2D09
Frama Matrix F12 2D10
Frama Matrix F22 2D11
Frama Matrix F32 2D12
Frama Matrix F42 2D13
Frama Matrix F62 2D14
Frama Matrix F82 2D15

Francotyp-Postalia:

Hersteller Modellbezeichnung Modellnummer
Francotyp-Postalia mymail Frankit/mymail-i 3D01
Francotyp-Postalia ultimail 60 Frankit 3D02
Francotyp-Postalia ultimail 120 Frankit 3D03
Francotyp-Postalia ultimail 30 Frankit 3D04
Francotyp-Postalia optimail 30 3D05
Francotyp-Postalia centormail 120/150 3D06
Francotyp-Postalia ultimail 45 Frankit 3D07
Francotyp-Postalia ultimail 65 Frankit 3D08
Francotyp-Postalia ultimail 125 Frankit 3D09
Francotyp-Postalia PostBase 3D10
Francotyp-Postalia PostBase Mini 3D11
Francotyp-Postalia PostBase 100 3D12
Francotyp-Postalia PostBase One 3D13

Pitney Bowes:

Hersteller Modellbezeichnung Modellnummer
Pitney Bowes DMMegaF (DM400F/500F/550F/800F/825F/850F/875F/900F/925F/1000F) 4D01
Pitney Bowes DM100i 4D02
Pitney Bowes DM390i 4D03
Pitney Bowes DM210i 4D04
Pitney Bowes DM50i/55i/K700 4D05
Pitney Bowes DMMegaF6 (DM400F6/500F6/550F6/800F6/825F6/835F6/850F6/875F6/885F6/900F6/925F6/1000F6) 4D06
Pitney Bowes DM60i/65i 4D07
Pitney Bowes nicht vergeben 4D08
Pitney Bowes DMMegaF9 (DM300c/DM400c/DM450c) 4D09
Pitney Bowes DMMegaF10 (Infinity) 4D10
Pitney Bowes Connect+ 4D11
Pitney Bowes DM220i 4D12
Pitney Bowes SendPro P-Serie 4D13
Pitney Bowes DM390i D FA
Pitney Bowes DM210i D FB
Pitney Bowes DM550 FD FF

Telefrank:

Hersteller Modellbezeichnung Modellnummer
Telefrank VARIO IT 6D01
Telefrank VARIO Franky IT Plus 6D02
Telefrank VARIO Franky IT 6D03
Telefrank BASIC Light 6D0403
Telefrank Franky Eco und Flex 6D0402
Telefrank VARIO PRO 6D0401

Alte Stempel von Rotationsdruckmaschinen vor der digitalen Frankitzeit lassen sich anhand des ersten Buchstabens im Stempel einem Frankiermaschinenhersteller zuordnen:

A Frama
B Francotyp
C Hasler
D Krag
E Pitney Bowes
F Postalia
G Rena
H Stielow Neopost
K Telefrank
M Melex

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